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<title>Noricum</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Noricum</span></h1>
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<p><b>Noricum</b> war ein <a href="Kelten" title="Kelten">keltisches</a> Königreich unter der Führung des Stammes der <a href="Noriker_(Volk)" title="Noriker (Volk)">Noriker</a> auf einem Großteil des Gebietes des heutigen <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a> sowie angrenzender Gebiete <a href="Bayern" title="Bayern">Bayerns</a> (östlich des <a href="Inn" title="Inn">Inn</a>) und <a href="Slowenien" title="Slowenien">Sloweniens</a>, das später unter der Bezeichnung <i>Provincia Noricum</i> als <a href="R%C3%B6mische_Provinz" title="Römische Provinz">Provinz</a> im Verbund des <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römischen Reiches</a> aufging. Die Provinz Noricum grenzte im Süden an Italien, im Osten an <a href="Pannonia_(Provinz)" title="Pannonia (Provinz)">Pannonien</a> und im Westen an <a href="Raetia" title="Raetia">Raetien</a>. Bekannt war Noricum insbesondere für das <a href="Ferrum_Noricum" title="Ferrum Noricum">Ferrum Noricum</a>, einen besonders harten, vor allem in der römischen Waffenproduktion verwendeten <a href="Stahl" title="Stahl">Stahl</a>. Der norische Limes ist heute vor allem aufgrund seiner gut erhaltenen Reste spätantiker Festungsanlagen und der Lebensbeschreibung des Severin von Noricum, die ein wenig Licht auf die schwierigen Lebensumstände der Provinzialen zur <a href="V%C3%B6lkerwanderung" title="Völkerwanderung">Zeit der Völkerwanderung</a> und dem <a href="Untergang_des_R%C3%B6mischen_Reiches" title="Untergang des Römischen Reiches">Untergang des Römischen Reiches</a> wirft, überregional bekannt geworden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Frühzeit"><span id="Fr.C3.BChzeit"></span>Frühzeit</h2></div>
<p>Die <a href="Hallstattzeit" title="Hallstattzeit">hallstattzeitliche</a> Bevölkerung wurde etwa ab 450 v. Chr. durch Zuwanderung keltischer Bevölkerungselemente aus dem keltischen Kerngebiet (Südwestdeutschland und Ostfrankreich) assimiliert. Inwieweit die Menschen der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit), benannt nach dem berühmten oberösterreichischen <a href="Hallstatt_(Arch%C3%A4ologie)" title="Hallstatt (Archäologie)">Gräberfeld und Salzbergbau</a> von <a href="Hallstatt" title="Hallstatt">Hallstatt</a>, bereits <a href="Kelten" title="Kelten">Kelten</a> waren, ist nach wie vor umstritten. Bis etwa 1960 bezeichneten viele Sprachwissenschafter eine vorkeltische und über weite Bereiche Kontinentaleuropas verbreitete Sprachschicht als „Illyrisch“. In der Folge bezeichneten dann die <a href="Ur-_und_Fr%C3%BChgeschichte" title="Ur- und Frühgeschichte">Prähistoriker</a> oftmals die Hallstattkultur und die vorkeltische norische Bevölkerung irrtümlicherweise als illyrisch. Beides ist heute nicht mehr Stand der Wissenschaft. Eine ethnische Deutung ältereisenzeitlicher archäologischer Kulturen ist nur bei Vorliegen eindeutig lokalisierbarer historischer Volksnamen möglich. Die ehemals als „illyrisch“ bezeichnete Sprachschicht wird laut <a href="Otto_Helmut_Urban" title="Otto Helmut Urban">Otto Helmut Urban</a> heute von Linguisten zumeist als „alteuropäisch“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Regnum_Noricum">Regnum Noricum</h2></div>
<p>Um etwa 200 v. Chr. schlossen sich unter der Führung der Noriker 13 Stämme zum Königreich von Noricum zusammen. Somit ist das <i>Regnum Noricum</i> das erste bekannte politische Gebilde auf dem Gebiet des heutigen <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a>. Von den 13 Stämmen Noricums sind acht namentlich bekannt, da sie auf drei Ehreninschriften für Angehörige des römischen Kaiserhauses erwähnt werden, die auf dem <a href="Magdalensberg_(Berg)" title="Magdalensberg (Berg)">Magdalensberg</a> gefunden wurden. Es handelt sich um die <a href="Alaunen" title="Alaunen">Alaunen</a>, <a href="Ambidravi" title="Ambidravi">Ambidraven</a>, <a href="Ambilini" title="Ambilini">Ambilinen</a>, <a href="Ambisonten" title="Ambisonten">Ambisonten</a>, <a href="Laiancer" title="Laiancer">Laianker</a>, Noriker, <a href="Saevaten" title="Saevaten">Saevaten</a> und Uperaken. Beim Regnum Noricum handelte es sich wahrscheinlich eher um eine Stammeskoalition, die einen „Oberkönig“ als gemeinsamen außenpolitischen Sprecher bestimmte, als um eine Monarchie im klassischen Sinne.
</p><p>Nach 200 v. Chr. wurden die Kelten Noricums von den <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römern</a> nach dem bedeutendsten Stamm als <i>Taurisker</i> oder <i>Noriker</i> (<a href="Gaius_Iulius_Caesar" title="Gaius Iulius Caesar">Gaius Iulius Caesar</a>) bezeichnet. Die Bevölkerung nahm infolge verbesserter Anbaumethoden und des technologischen Fortschritts (eiserne Pflugschar) rasch zu. Der Landmangel wurde 186 v. Chr. so drückend, dass 12.000 <a href="Taurisker" title="Taurisker">Taurisker</a> und <a href="Boier" title="Boier">Boier</a> nach <a href="Italien" title="Italien">Italien</a> an die <a href="Adriatisches_Meer" title="Adriatisches Meer">Adria</a> zogen. Rom konnte zwar eine Stadtgründung in <a href="Friaul" title="Friaul">Friaul</a> verhindern, nicht jedoch, dass sich die Kelten in der Poebene und an der Küste des heutigen Venetiens ansiedelten.
</p><p>Fünf Jahre später gründeten die Römer <a href="Aquileia" title="Aquileia">Aquileia</a>, das für den Alpentransithandel große Bedeutung erlangen sollte. Angelockt von Handelsmöglichkeiten und Goldreichtum („norisches Gold“) knüpften die Römer mit den Tauriskern des Noricum freundschaftliche Bande. Damit erhielten sie auch Zugang zu den Eisenlagerstätten des Regnum Noricum.
</p><p>Um 170 v. Chr. verhandelte, wie Titus Livius berichtet, eine römische Gesandtschaft mit dem Stammesbündnis. Seither stand König Cincibilus zu den Römern durch ein „hospitium publicum“ (staatliche Gastfreundschaft) in einem freundschaftlichen Verhältnis. In der Folge entwickelten sich gute Handelsbeziehungen und der Einfluss Roms nahm zu. Zentrum des Regnum Noricums war vermutlich die <a href="Stadt_auf_dem_Magdalensberg" title="Stadt auf dem Magdalensberg">Siedlung auf dem Magdalensberg</a> (später <a href="Virunum" title="Virunum">Virunum</a>); eine dort gefundene frührömische Inschrift nennt die Namen der uns bekannten acht norischen Stämme. Im 2. Jahrhundert v. Chr. entstanden befestigte Zentralorte (<a href="Oppidum" title="Oppidum">oppida</a>). <a href="Norische_M%C3%BCnzpr%C3%A4gung" title="Norische Münzprägung">Norische Münzen</a> nach griechischen Vorbildern wurden geprägt. Im 1. Jahrhundert v. Chr. erreichte das Regnum Noricum seine größte Ausdehnung nach Osten und Norden. Die wirtschaftlichen Grundlagen waren Eisen (<a href="Ferrum_Noricum" title="Ferrum Noricum">norisches Eisen</a>), Bergbau (Steinsalz), Industrie, landwirtschaftliche Produkte, Keramik (<a href="Norische_Ware" title="Norische Ware">Norische Ware</a>) und Handel.
</p><p>Um 120–115 v. Chr. fielen in Noricum die germanischen Stämme der <a href="Kimbern" title="Kimbern">Kimbern</a>, <a href="Ambronen" title="Ambronen">Ambronen</a> und <a href="Teutonen" title="Teutonen">Teutonen</a> ein, die vorher von den <a href="Boier" title="Boier">Boiern</a> im Böhmischen Kessel, den <a href="Skordisker" title="Skordisker">Skordiskern</a> am Balkan und schließlich von den Tauriskern abgewehrt worden waren. Im Jahr 113 v. Chr. erlitt bei Noreia ein römisches Heer eine vernichtende Niederlage, woraufhin die Invasoren Noricum verließen und nach Westen zogen. Durch den Druck der Germanen, besonders der <a href="Sueben" title="Sueben">Sueben</a>, gerieten im Norden und Nordosten die Boier in Nachbarschaft Noricums (im Gebiet des späteren Herrschaftsgebietes des <a href="Vannius_(Quaden)" title="Vannius (Quaden)">Vannius</a> – <a href="Marchfeld" title="Marchfeld">Marchfeld</a>, <a href="Weinviertel" title="Weinviertel">Weinviertel</a>, <a href="Wiener_Becken" title="Wiener Becken">Wiener Becken</a>), wobei <a href="Bratislava" title="Bratislava">Pressburg</a> ihr wichtigstes <a href="Oppidum_(Kelten)" title="Oppidum (Kelten)">Oppidum</a> war. Um 58 v. Chr. versuchten die Boier, Noricum zu erobern, erlitten jedoch eine vernichtende Niederlage. Im Pakt mit den <a href="Taurisker" title="Taurisker">Tauriskern</a> bedrohten sie dann über Jahre hinweg Noricum, bis ihr Reich von den <a href="Daker" title="Daker">Dakern</a> zerstört wurde.
</p><p>Im Jahr 49 v. Chr. schickte der norische König <a href="Voccio" title="Voccio">Voccio</a> Hilfstruppen an <a href="Gaius_Iulius_Caesar" title="Gaius Iulius Caesar">Gaius Iulius Caesar</a> für <a href="R%C3%B6mische_B%C3%BCrgerkriege#Bürgerkrieg_zwischen_Caesar_und_Pompeius" title="Römische Bürgerkriege">dessen Krieg</a> gegen Pompeius. Infolge der Niederlage der Boier gegen die <a href="Daker" title="Daker">Daker</a> wurde der <a href="Donau" title="Donau">Donauraum</a> angegliedert oder in Abhängigkeit gebracht; die Macht Noricums reichte jetzt bis ins <a href="Wiener_Becken" title="Wiener Becken">Wiener Becken</a> und nach <a href="Transdanubien" title="Transdanubien">Westungarn</a>. Somit gelang den Norikern die letzte überregionale Machtbildung der Festlandkelten. Die zwei namentlich bekannten Könige des Königreiches Noricum sind <a href="Cincibilus" title="Cincibilus">Cincibilus</a>, der 170 v. Chr. mit den Römern einen Freundschaftsvertrag schloss, und Voccio, der seine Schwester mit dem Germanenfürsten <a href="Ariovist" title="Ariovist">Ariovist</a> verheiratete. Letzterer findet in Caesars „<a href="De_bello_Gallico" title="De bello Gallico">De bello Gallico</a>“ Erwähnung, da er dem Feldherrn 300 Reiter am <a href="Rubikon" title="Rubikon">Rubikon</a> zur Verfügung stellte.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Römisches_Noricum"><span id="R.C3.B6misches_Noricum"></span>Römisches Noricum</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Geschichte_der_Provinz_Noricum">Geschichte der Provinz Noricum</h3></div>
<p>Der Anschluss an „das römische Reich erfolgte schrittweise und ohne größere kriegerische Verwicklungen, auch die Bevölkerungsstruktur und die kulturelle Entwicklung dieses Vasallenkönigreiches, das in claudischer Zeit Provinz wurde, läßt noch lange eine deutliche keltisch-römische Kontinuität erkennen.“ Im Zusammenhang der <a href="Augusteische_Alpenfeldz%C3%BCge" title="Augusteische Alpenfeldzüge">Augusteischen Alpenfeldzüge</a>, 16 v. Chr., hatte „der Proconsul von <a href="Illyrien" title="Illyrien">Illyrien</a>, <a href="Publius_Silius_Nerva_(Konsul_20_v._Chr.)" title="Publius Silius Nerva (Konsul 20 v. Chr.)">Publius Silius Nerva</a>, zunächst die Grenzgebiete zu Noricum und Pannonien befriedet und ersteres zum engeren Anschluß an Rom veranlaßt.“<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zunächst behielt Noricum eine eingeschränkte Autonomie als tributpflichtiges Fürstentum, doch unter Kaiser <a href="Claudius" title="Claudius">Claudius</a> (41–54 n. Chr.) wurde es endgültig <a href="R%C3%B6mische_Provinz" title="Römische Provinz">römische Provinz</a>. Als Hauptstadt und Sitz des Statthalters diente künftig das am Zollfeld in Kärnten gelegene <a href="Virunum" title="Virunum">Virunum</a>.
</p><p>Noricum umfasste als Provinz ungefähr die heutigen österreichischen Bundesländer <a href="K%C3%A4rnten" title="Kärnten">Kärnten</a>, <a href="Land_Salzburg" title="Land Salzburg">Salzburg</a>, <a href="Ober%C3%B6sterreich" title="Oberösterreich">Oberösterreich</a>, <a href="Nieder%C3%B6sterreich" title="Niederösterreich">Niederösterreich</a> und <a href="Steiermark" title="Steiermark">Steiermark</a> sowie den Südosten <a href="Bayern" title="Bayern">Bayerns</a> mit dem <a href="Chiemgau" title="Chiemgau">Chiemgau</a> und dem <a href="Rupertiwinkel" title="Rupertiwinkel">Rupertiwinkel</a>. Außerdem gehörten Teile <a href="Tirol" title="Tirol">Tirols</a> dazu. Südlich befand sich das italienische Kernland, im Norden reichte das keltische Königreich im Gegensatz zur späteren römischen Provinz über die Donau hinaus. Erst unter der Herrschaft Roms bildete die <a href="Donau" title="Donau">Donau</a> als <a href="Limes_Noricus" title="Limes Noricus">Limes Noricus</a> die Grenze des Imperiums und der Provinz.
</p><p>Bis zur Erhebung in den Provinzialstatus wurden die Grenzen jedoch laufend verändert. Während die Siedlungen <a href="Colonia_Emona" class="mw-redirect" title="Colonia Emona">Colonia Emona</a> (<a href="Ljubljana" title="Ljubljana">Laibach</a>), <a href="Ptuj" title="Ptuj">Poetovio</a> (dt. Pettau), <a href="Savaria" title="Savaria">Colonia Claudia Savaria</a> (<a href="Szombathely" title="Szombathely">Steinamanger</a>) und <a href="Scarbantia" title="Scarbantia">Scarbantia</a> (<a href="Sopron" title="Sopron">Ödenburg</a>) entlang der Straße von <a href="Aquileia" title="Aquileia">Aquileia</a> nach <a href="Petronell-Carnuntum" title="Petronell-Carnuntum">Carnuntum</a> (die alte <a href="Bernsteinstra%C3%9Fe" title="Bernsteinstraße">Bernsteinstraße</a>) wahrscheinlich immer norisch waren, wurden sie um 8 n. Chr. mit der Errichtung der Provinz Pannonien dieser angegliedert. Carnuntum selbst gehörte 6 n. Chr. noch zu Noricum, wurde aber gemeinsam mit dem Wiener Becken ebenfalls der Provinz Pannonien zugeschlagen.
</p><p>Im 2. Jahrhundert litt Noricum unter den Verheerungen der <a href="Markomannenkriege" title="Markomannenkriege">Markomannenkriege</a>. Unter Kaiser <a href="Mark_Aurel" title="Mark Aurel">Mark Aurel</a> wurde die 2. Italische Legion an der Ennsmündung stationiert. Ihr Kommandant war zugleich Provinzstatthalter mit Sitz in <a href="Lauriacum" title="Lauriacum">Lauriacum</a> oder <a href="Wels_(Stadt)#Römerzeit" title="Wels (Stadt)">Ovilava</a>, die Finanzverwaltung behielt ihren Sitz in <a href="Virunum" title="Virunum">Virunum</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Statthalter">Statthalter</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Liste_der_Statthalter_von_Noricum" title="Liste der Statthalter von Noricum">Liste der Statthalter von Noricum</a></i></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Straßennetz"><span id="Stra.C3.9Fennetz"></span>Straßennetz</h3></div>
<p>Noricum wurde von den Römern in den folgenden Jahrhunderten mit einem dichten Fernstraßennetz überzogen. Zahlreiche <a href="Meilenstein" title="Meilenstein">Meilensteine</a> und andere archäologische Funde legen davon Zeugnis ab. Die besterforschte römische Straßenstation Noricums ist <a href="Immurium" title="Immurium">Immurium</a> (Moosham, Bundesland Salzburg), am Südfuß des <a href="Radst%C3%A4dter_Tauernpass" title="Radstädter Tauernpass">Radstädter Tauernpasses</a>. Eine andere wichtige Verbindung führte von <a href="Rom" title="Rom">Rom</a> über Aquileia, Emona, Celeia, Poetovio nach Carnuntum. Zahlreiche Seitenstraßen zweigten in das norische Alpenland ab. Bei Aquileia ging eine Straße nach <a href="Aguntum" title="Aguntum">Aguntum</a>, eine andere führte über <a href="Virunum" title="Virunum">Virunum</a> nach <a href="Ovilava" class="mw-redirect" title="Ovilava">Ovilava</a> (<a href="Wels_(Stadt)" title="Wels (Stadt)">Wels</a>). Auch der <a href="Loiblpass" title="Loiblpass">Loiblpass</a> war durch einen Saumweg über Emona bereits existent. Von Celeia aus gelangte man in das <a href="H%C3%BCttenberger_Erzberg" title="Hüttenberger Erzberg">Hüttenberger Erzgebiet</a> sowie von Virunum über die <a href="R%C3%B6merstra%C3%9Fe_Virunum%E2%80%93Iuvavum" title="Römerstraße Virunum–Iuvavum">Römerstraße Virunum–Iuvavum</a> nach <a href="Iuvavum" title="Iuvavum">Iuvavum</a>. Das <a href="Oberes_Murtal" title="Oberes Murtal">Murtal</a> mit <a href="Flavia_Solva" title="Flavia Solva">Flavia Solva</a> (bei Leibnitz) war von Poetovio aus erschlossen. Die zweitwichtigste Verbindung führte entlang des Donaulimes vom pannonischen <a href="Vindobona" title="Vindobona">Vindobona</a> (Wien) über <a href="Aelium_Cetium" title="Aelium Cetium">Aelium Cetium</a> (St. Pölten), <a href="Lauriacum" title="Lauriacum">Lauriacum</a> (Lorch-<a href="Enns" title="Enns">Enns</a>) nach <a href="Kastell_Boiodurum" title="Kastell Boiodurum">Boiodurum</a> (<a href="Passau" title="Passau">Passau</a>). An ihr zweigten bei Lauriacum Seitenäste nach Ovilava ab, die nach Iuvavum (Salzburg) führten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Städte,_Kastelle_und_Flüsse"><span id="St.C3.A4dte.2C_Kastelle_und_Fl.C3.BCsse"></span><span id="Binnennorikum"></span> Städte, Kastelle und Flüsse</h3></div>
<p>Die Lage der Hauptstadt des Regnum Noricum, <a href="Noreia_(Noricum)" title="Noreia (Noricum)">Noreia</a>, ist nach wie vor unbekannt. In römischer Zeit avancierte <a href="Virunum" title="Virunum">Virunum</a> zur Provinzmetropole, das nach der Teilung Verwaltungszentrum von Binnen-Noricum blieb. Später residierten hier auch Finanz- und Postverwaltung. Seit der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. übernahm <a href="Teurnia" title="Teurnia">Teurnia</a> diese Funktion.
</p><p>Ufer-Noricum wurde von <i>Ovilavis</i> aus verwaltet.
Lauriacum, Poetovio, Celeia, Aguntum, Teurnia und wahrscheinlich auch Virunum avancierten in der Spätantike zu Bischofssitzen.
</p><p><i>Noricum Ripense</i> wurde durchflossen von:
</p>
<dl><dd><i>Narus</i> (<a href="Salzach" title="Salzach">Salzach</a>) und <i>Anisus</i> (<a href="Enns_(Fluss)" title="Enns (Fluss)">Enns</a>), die Grenze im Westen zu <a href="Raetia" title="Raetia">Raetia</a> bildete der <i>Aenus</i> (<a href="Inn" title="Inn">Inn</a>), die Nordgrenze zum <i><a href="Barbaricum" title="Barbaricum">Barbaricum</a></i> der <i>Danuvius</i> (<a href="Donau" title="Donau">Donau</a>), die Grenze im Osten zu <a href="Pannonien" title="Pannonien">Pannonien</a> der <i>Arrabo</i> (<a href="Raab_(Fluss)" title="Raab (Fluss)">Raab</a>). Der Name Danuvius für den Oberlauf der Donau wurde seit der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. verwendet.</dd></dl>
<p>Die bedeutendsten Städte und Kastelle am <a href="Liste_der_Kastelle_in_Noricum_und_Oberpannonien" title="Liste der Kastelle in Noricum und Oberpannonien">norischen Limes</a> waren:
</p>
<dl><dd><a href="Ovilavis" class="mw-redirect" title="Ovilavis">Ovilavis</a> (Wels/OÖ), <a href="Aelium_Cetium" title="Aelium Cetium">Aelium Cetium</a> (St. Pölten), <a href="Kastell_Boiodurum" title="Kastell Boiodurum">Boiodurum</a> (<a href="Passau" title="Passau">Passau</a>), <a href="Lauriacum" title="Lauriacum">Lauriacum</a> (Enns/OÖ), <a href="Lentia_(Noricum)" title="Lentia (Noricum)">Lentia</a> (Linz), <a href="Ioviacum" title="Ioviacum">Ioviacum</a> (<a href="Aschach_an_der_Donau" title="Aschach an der Donau">Aschach</a>), <a href="Kastell_Favianis" title="Kastell Favianis">Favianis</a> (Mautern), <a href="Kastell_Zwentendorf" title="Kastell Zwentendorf">Zwentendorf</a>, <a href="Comagena" title="Comagena">Comagena</a> (<a href="Tulln_an_der_Donau" title="Tulln an der Donau">Tulln an der Donau</a>) und <a href="Kastell_Zeiselmauer" title="Kastell Zeiselmauer">Cannabiaca</a> (<a href="Zeiselmauer-Wolfpassing" title="Zeiselmauer-Wolfpassing">Zeiselmauer</a>), das letzte norische Kastell vor der Grenze zu Pannonien.</dd></dl>
<p><i>Noricum Mediterraneum</i> wurde durchflossen vom:
</p>
<dl><dd><i>Dravus</i> (<a href="Drau" title="Drau">Drau</a>).</dd></dl>
<p>Die bedeutendsten Städte waren:
</p>
<dl><dd><a href="Iuvavum" title="Iuvavum">Iuvavum</a> (<a href="Salzburg" title="Salzburg">Salzburg</a>), <a href="Cucullae" title="Cucullae">Cucullae</a> (<a href="Kuchl" title="Kuchl">Kuchl</a>), Tiburnia oder <a href="Teurnia" title="Teurnia">Teurnia</a> (Verwaltungssitz) (<a href="Lendorf_(Drautal)" title="Lendorf (Drautal)">St. Peter in Holz</a> bei Spittal an der Drau), <a href="Aguntum" title="Aguntum">Aguntum</a> (<a href="Lienz" title="Lienz">Dölsach/Lienz</a>), <a href="Virunum" title="Virunum">Virunum</a> (<a href="Zollfeld" title="Zollfeld">Zollfeld</a>), Poetovio (<a href="Ptuj" title="Ptuj">Ptuj</a>/Pettau, Slowenien), <a href="Celje#Altertum" title="Celje">Celeia</a> (<a href="Celje" title="Celje">Celje</a>/Cilli, Slowenien) und <a href="Flavia_Solva" title="Flavia Solva">Flavia Solva</a> (<a href="Wagna" title="Wagna">Wagna</a>).</dd></dl>
<p>Mit Poststationen verbundene norische Siedlungen:
</p>
<dl><dd>Noreia (<a href="Wildbad_Ein%C3%B6d" class="mw-redirect" title="Wildbad Einöd">Wildbad Einöd</a>; nicht identisch mit der seit 1930 <a href="Noreia_(Gemeinde_M%C3%BChlen)" class="mw-redirect" title="Noreia (Gemeinde Mühlen)">Noreia</a> genannten obersteirischen Ortschaft und dem Ort der Schlacht bei <a href="Noreia_(Noricum)" title="Noreia (Noricum)">Noreia</a>), Gabromagus (<a href="Windischgarsten" title="Windischgarsten">Windischgarsten</a>), Graviacae (<a href="Flattnitz" title="Flattnitz">Flattnitz</a>), Lotodos (?), Ad Anisum (<a href="Radstadt" title="Radstadt">Radstadt</a>), Ad Medias (in Slowenien), Ad Pontem (<a href="Scheifling" title="Scheifling">Lind</a>), Ad Vicesimum (?), Ad Vineas (?), Atrans (<a href="Trojane" title="Trojane">Trojani/Trojane</a>, Slowenien), Beliandrum (<a href="Feldkirchen_in_K%C3%A4rnten" title="Feldkirchen in Kärnten">Feldkirchen in Kärnten</a>), Candalicae (Friesach?), Colatio (Stari trg bei <a href="Slovenj_Gradec" title="Slovenj Gradec">Slovenj Gradec</a>/Altenmarkt bei Windischgraz), Ernolatia (?), Inalpe (<a href="Radst%C3%A4dter_Tauernpass" title="Radstädter Tauernpass">Radstädter Tauernpass</a>), In Murio (auch <a href="Immurium" title="Immurium">Immurium</a>; Moosham), <a href="Kleinkastell_Schl%C3%B6gen" title="Kleinkastell Schlögen">Ioviacum</a> (<a href="Schl%C3%B6gen" class="mw-redirect" title="Schlögen">Schlögen</a>/Donau), Iuenna (<a href="Globasnitz" title="Globasnitz">Globasnitz</a>), Laciacis (vielleicht bei <a href="M%C3%B6sendorf" title="Mösendorf">Mösendorf</a> oder <a href="Frankenmarkt" title="Frankenmarkt">Frankenmarkt</a>), <a href="Littamum" title="Littamum">Littamum</a> (<a href="Innichen" title="Innichen">Innichen</a>/I), Matuc?alum (?), Monatae (<a href="Sankt_Georgen_ob_Judenburg" title="Sankt Georgen ob Judenburg">Sankt Georgen ob Judenburg</a>), Poedicum (<a href="Bruck_an_der_Mur" title="Bruck an der Mur">Bruck an der Mur</a>), Santicum (<a href="Villach" title="Villach">Villach</a>), <a href="Sebatum" title="Sebatum">Sebatum</a> (<a href="St._Lorenzen_(S%C3%BCdtirol)" title="St. Lorenzen (Südtirol)">Sankt Lorenzen im Pustertal</a>/I), Tarnantone (<a href="Neumarkt_am_Wallersee" title="Neumarkt am Wallersee">Neumarkt am Wallersee</a>), Tarnasciae (?), Tartusanae (<a href="Sankt_Johann_am_Tauern" title="Sankt Johann am Tauern">Sankt Johann am Tauern</a>), <a href="Tergolape" title="Tergolape">Tergolape</a> (bei <a href="Schwanenstadt" title="Schwanenstadt">Schwanenstadt</a>), Tutatio (<a href="Micheldorf" title="Micheldorf">Micheldorf</a>), Upellae (?), Vetonianae (?) und Vocario (?).</dd></dl>
<p>An sonstigen Siedlungen und Kastellen sind bekannt:
</p>
<dl><dd>Kleinkastell Oberranna, Ad Iuvense (<a href="Wacht%C3%BCrme_Ybbs" title="Wachtürme Ybbs">Ybbs</a>?), Ad Mauros (<a href="Eferding" title="Eferding">Eferding</a>), <a href="Kastell_P%C3%B6chlarn" title="Kastell Pöchlarn">Arelape</a> (<a href="P%C3%B6chlarn" title="Pöchlarn">Pöchlarn</a>), <a href="Kastell_Traismauer" title="Kastell Traismauer">Augustianae</a> (<a href="Traismauer" title="Traismauer">Traismauer</a>), <a href="Bedaium" title="Bedaium">Bedaium</a> (<a href="Seebruck" title="Seebruck">Seebruck</a>/D), Boiodurum (<a href="Passau" title="Passau">Passau</a>), <a href="Kastell_Zeiselmauer" title="Kastell Zeiselmauer">Cannabiaca</a> (<a href="Zeiselmauer-Wolfpassing" title="Zeiselmauer-Wolfpassing">Zeiselmauer</a>), <a href="Kastell_Favianis" title="Kastell Favianis">Favianae</a> (<a href="Mautern_an_der_Donau" title="Mautern an der Donau">Mautern an der Donau</a>), <a href="Gurina" title="Gurina">Gurina</a> (<a href="Dellach_(Gailtal)" title="Dellach (Gailtal)">Dellach</a> im <a href="Gailtal" title="Gailtal">Gailtal</a>), <a href="Lentia_(Noricum)" title="Lentia (Noricum)">Lentia</a> (<a href="Linz" title="Linz">Linz</a>), <a href="Kastell_Wallsee" title="Kastell Wallsee">Locus Felix</a> (<a href="Wallsee-Sindelburg" title="Wallsee-Sindelburg">Wallsee</a>), Meclaria (?), <a href="Kastell_Melk" title="Kastell Melk">Namare</a> (<a href="Melk" title="Melk">Melk</a>/Donau), <a href="Kastell_Zwentendorf" title="Kastell Zwentendorf">Piro torto/Asturis</a> (?) (<a href="Zwentendorf_an_der_Donau" title="Zwentendorf an der Donau">Zwentendorf</a>), Stiriatae (<a href="Liezen" title="Liezen">Liezen</a>), Surontium (<a href="Trieben" title="Trieben">Trieben</a>) und Viscella (<a href="Oberzeiring" title="Oberzeiring">Oberzeiring</a>).</dd></dl>
<p>Weiters:
</p>
<ul><li><a href="R%C3%B6merbrunnen_Bad_Gleichenberg" title="Römerbrunnen Bad Gleichenberg">Brunnen</a> einer Mineralquelle (<a href="Bad_Gleichenberg" title="Bad Gleichenberg">Bad Gleichenberg</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Noricum_in_der_Spätantike"><span id="Noricum_in_der_Sp.C3.A4tantike"></span>Noricum in der Spätantike</h3></div>
<p>Bei der unter Kaiser <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletian</a> vorgenommenen Verwaltungsreform am Ende des <a href="3._Jahrhundert" title="3. Jahrhundert">3. Jahrhunderts</a> wurde Noricum der <a href="Di%C3%B6zese" title="Diözese">Diözese</a> <a href="Illyria" class="mw-redirect" title="Illyria">Illyria</a> zugeschlagen. Die Provinz selbst wurde geteilt in
</p>
<ul><li><a href="Noricum_ripense" title="Noricum ripense">Noricum ripense</a> („Ufer-Noricum“, gemeint ist das <a href="Donau" title="Donau">Donau</a>-Ufer) im Norden des Alpenhauptkamms und</li>
<li><a href="Noricum_mediterraneum" title="Noricum mediterraneum">Noricum mediterraneum</a> („Binnen-Noricum“) im Süden.</li></ul>
<p>Die <a href="Diokletianische_Reichsreformen" class="mw-redirect" title="Diokletianische Reichsreformen">Reichsreform Diokletians</a> brachte erhebliche Veränderungen für Armee- und Verwaltungsorganisation der Provinz. Nach den Wirren der Soldatenkaiserzeit verstärkte Diokletian die Grenzeinheiten erneut. Unter anderem wurden die von Kaiser <a href="Gallienus" title="Gallienus">Gallienus</a> für seine <a href="Comitatenses" title="Comitatenses">mobile Feldarmee</a> abgestellten Legionsreiter wieder zu ihren Stammeinheiten zurückgeschickt.
</p><p>Für Noricum wurde eine zusätzliche <a href="R%C3%B6mische_Legion" title="Römische Legion">Legion</a> aufgestellt, die <a href="Legio_I_Noricorum" title="Legio I Noricorum">Legio I Noricorum</a>, die nach Auswertung von Ziegelstempeln in <i>Adiuvense</i> (Ybbs/Donau oder Wallsee) und <i><a href="Kastell_Favianis" title="Kastell Favianis">Favianis</a></i> (Mautern/Donau) stationiert war. Die norische Hauslegion, die <a href="Legio_II_Italica" title="Legio II Italica">Legio II Italica</a>, wurde auf <i><a href="Lauriacum" title="Lauriacum">Lauriacum</a></i> (Enns), <i>Lentia</i> (Linz) und <i>Ioviaco</i> (<a href="Schl%C3%B6gen" class="mw-redirect" title="Schlögen">Schlögen</a>) aufgeteilt. Die Zivilverwaltung der norischen Provinzen lag nun in den Händen von <i>praesides</i>, die in <i><a href="Ovilava" class="mw-redirect" title="Ovilava">Ovilava</a></i> (Wels) und <i><a href="Virunum" title="Virunum">Virunum</a></i>, später in <i><a href="Teurnia" title="Teurnia">Teurnia</a>/Tiburnia</i> (St. Peter in Holz) ihren Amtssitz hatten. Im nicht so exponierten Reichsinneren und geschützt durch den Alpenhauptkamm scheint <i>Noricum mediterraneum</i> außer den <i>vigiles</i> (Wachen) in den größeren Städten und an Straßenposten über keine stehenden Truppen verfügt zu haben.
</p><p>Das norische Heer wurde dennoch nicht geteilt. Das Oberkommando hatte zunächst noch ein <i>praeses provinciae Norici ripensis</i> inne, der in <i>Lauriacum</i> residierte. Auch die separate Nennung der beiden Grenzheere der Pannonia I und Noricums in der <a href="Notitia_dignitatum" title="Notitia dignitatum">Notitia dignitatum</a> spricht für eine lange Selbständigkeit der norischen Armee unter eigenen Kommandeuren. Unter <a href="Konstantin_der_Gro%C3%9Fe" title="Konstantin der Große">Konstantin I.</a> wurde ein neues, grenzübergreifendes Dukat eingerichtet und damit die norischen und oberpannonischen <a href="Limitanei" title="Limitanei">Limitanei</a> einem <a href="Dux_Pannoniae_Primae_et_Norici_Ripensis" title="Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis">Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis</a> unterstellt.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sein Amtssitz war die Hauptstadt der Pannonia I, Carnuntum. An allen Kastellen fanden seit Konstantin I. und besonders unter <a href="Valentinian_I." title="Valentinian I.">Valentinian I.</a> umfangreiche Um- und Neubauten statt, die vor allem das Befestigungssystem modernisierten (etwa Anbau von vorkragenden Fächer- oder Hufeisentürmen, Erhöhung und Verstärkung der Kastellmauern) und damit die neuen Strategien und Angriffsmethoden der Gegner berücksichtigen sollten. Wie dringend die Kastelle am Limes einer Renovierung bedurften, lässt die Erwähnung von <i>Carnuntum</i> in den Schriften des Ammianus Marcellinus erahnen, der die einst blühende Stadt nun als verwahrlostes und schmutziges Nest beschrieb, obwohl selbst Valentinian I. hier zeitweise sein Hauptquartier aufschlug und die Stadt immer noch eine hohe strategische Bedeutung hatte.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine defensivere Verteidigungsstrategie wurde besonders in Pannonien nach Aufgabe der Provinz <a href="Dakien" title="Dakien">Dacia</a> unter <a href="Aurelian" title="Aurelian">Aurelian</a> notwendig.
</p><p>Vor allem gestempelte Ziegel des <i>Ursicinus dux</i> bzw. des <i>Ursicinus magister</i>, aber auch zwei Bauinschriften aus dem Legionslager <i>Carnuntum</i> und dem <a href="Wacht%C3%BCrme_Ybbs" title="Wachtürme Ybbs"><i>burgus</i> von Ybbs</a> belegen am gesamten niederösterreichischen Limes und darüber hinaus die Bautätigkeit dieser Epoche. Laut der <i>Notitia dignitatum</i> wurde in <i>Lauriacum</i>, wohl unter Diokletian, auch eine staatliche Schildfabrik <i>(fabrica Lauriacensis scutaria)</i><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> für die Versorgung der Armee eingerichtet. Die <i>Legio II Italica</i> betrieb am <a href="Wachturm_Hirschleitengraben" title="Wachturm Hirschleitengraben">Wachturm Hirschleitengraben</a> und in Erla bei St. Pantaleon Ziegeleien. Auch Städte im Hinterland des norischen Limes wurden nun mit einer Wehrmauer umgeben wie etwa <i><a href="Aelium_Cetium" title="Aelium Cetium">Aelium Cetium</a></i>, heute <a href="St._P%C3%B6lten" title="St. Pölten">St. Pölten</a> und <i>Scarbantia</i>, heute <a href="Sopron" title="Sopron">Ödenburg</a>/Ungarn. Die Grenzlinien wurden zusätzlich mit einem Netz aus Wach- und Signaltürmen (siehe etwa <a href="Bacharnsdorf" title="Bacharnsdorf">Bacharnsdorf</a>/NÖ) und an besonders gefährdeten Abschnitten mit Gegenkastellen (am gegenüberliegenden Donauufer) überzogen. Bei diesen <i>praesidia castra</i> dürfte es sich in manchen Fällen allerdings nur um Erneuerungen schon bestehender Befestigungen gehandelt haben (<a href="Oberleiser_Berg" title="Oberleiser Berg">Oberleiser Berg</a> und Stillfried in NÖ). Zwischen den etablierten Kastellen wurden Kleinkastelle – sogenannte <i>quadriburgi</i> oder <i>centenaria</i> – zum Beispiel in <a href="Burgus_Oberranna" title="Burgus Oberranna">Oberranna</a>, OÖ und Wachtürme (<a href="Wachturm_Hirschleitengraben" title="Wachturm Hirschleitengraben">Wilhering</a>, OÖ, <a href="Kastell_Wallsee" title="Kastell Wallsee">Au-Rotte Hof</a> bei St. Pantaleon, NÖ, <a href="Burgus_Bacharnsdorf" class="mw-redirect" title="Burgus Bacharnsdorf">Bacharnsdorf</a>, NÖ, Rossatz, NÖ, <a href="Burgus_Hollenburg" title="Burgus Hollenburg">Hollenburg, NÖ</a>) errichtet.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Jahre 370 wurde der <a href="Burgus" title="Burgus">Burgus</a> bei Ybbs/Donau laut einer Bauinschrift<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> durch <i>milites auxiliares Lauriacenses</i> (Hilfstruppen aus <i>Lauriacum</i>) unter dem Befehl des Leontius errichtet. Weiterhin fanden sich auf Ybbser Ziegelstempeln weitere Namen von Offizieren oder Ziegelproduzenten (Ursicinus, Maxentius, Bonosus). Da die Grenzeinheiten damals schon erheblich ausgedünnt waren, konnten sie nun problemlos in <a href="Burgus" title="Burgus">Kleinfestungen</a> (Restkastellen) in einer Ecke des Lagerareals untergebracht werden, wie etwa in <a href="Kastell_Zeiselmauer" title="Kastell Zeiselmauer">Cannabiaca</a>/Zeiselmauer/NÖ und Wallsee/OÖ. Auch durften nun verdiente Soldaten offiziell ihre Familien innerhalb der Lager ansiedeln; etwas später war es jedem gestattet. Diese hauptsächlich zur Zeit Valentinians I. unter großen Anstrengungen errichteten Wehrbauten hatten nur eine kurze Lebensdauer und mussten größtenteils schon im frühen 5. Jahrhundert wieder aufgegeben werden. Nur größere Burgi und Kleinfestungen haben noch den Beginn des 5. Jahrhunderts überdauert (Cannabiaca); um 420–430 verloren aber auch sie ihre militärische Funktion. Da sich die <i>Limitanei</i> neben ihren Sicherungsaufgaben auf Grund von Steuererleichterungen auch als Bauern betätigten, wandelten sich die Kastelle im Laufe der Zeit immer mehr zu befestigten Kleinstädten und Wehrdörfern. In der <i>Vita Sancti Severini</i> des Eugippius werden diese als <i>oppida</i> bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zusammenbruch_der_römischen_Herrschaft"><span id="Zusammenbruch_der_r.C3.B6mischen_Herrschaft"></span>Zusammenbruch der römischen Herrschaft</h3></div>
<p>Der Zusammenbruch der römischen Herrschaft in Noricum ist eine Fallstudie dafür, was mit denjenigen Provinzen geschah, in denen die militärische Macht Roms relativ rasch dahinschwand, da die finanziellen Mittel dafür nicht mehr aufgebracht werden konnten.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die allgemeinen Lebensumstände an der Donaugrenze waren bis zum Ende des 4. Jahrhunderts noch erträglich geblieben; die kontinuierliche Reduzierung der Grenzeinheiten aufgrund ständig aufflammender innerrömischer Auseinandersetzungen oder Abwehrkämpfe gegen die Barbaren brachte die Zivilbevölkerung aber auch ökonomisch immer mehr unter Druck. In den Jahren um 430/431 brach in Noricum wegen der hohen Steuerbelastung ein Aufstand aus, der vom weströmischen Regenten und Heermeister, <a href="Flavius_A%C3%ABtius" title="Flavius Aëtius">Aëtius</a>, blutig niedergeschlagen wurde. Der anschließende Verlust der reichen nordafrikanischen Provinzen an die <a href="Vandalen" title="Vandalen">Vandalen</a> unter <a href="Geiserich" title="Geiserich">Geiserich</a> im Jahr 439 zwang Aëtius, den Etat für das Heer zusammenzustreichen und weitere Einheiten von den Grenzen für den Schutz Italiens abzuziehen.
</p><p>Der oströmische Geschichtsschreiber <a href="Priskos" title="Priskos">Priskos</a> berichtet um die Mitte des 5. Jahrhunderts (448/449) unter anderem von der Ankunft norischer Würdenträger am Hof des Hunnenkönigs <a href="Attila" title="Attila">Attila</a>, die als Mitglieder einer Gesandtschaft des Aëtius hierher gekommen waren. Einer von ihnen, Promotus, wird als „Leiter des Landes der Noriker“ bezeichnet, der andere, Romanus, als „Anführer der Heerschar“. Interpretiert man Priskos richtig, so muss Promotus ein <i>praeses Norici</i> (ob von Binnen- oder Ufernorikum, ist unbekannt) und Romanus der Befehlshaber der Grenztruppen am Donaulimes gewesen sein.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein ufernorischer <a href="Praeses_(Statthalter)" title="Praeses (Statthalter)">Praeses</a> wird von Priskos nicht extra erwähnt. Da anzunehmen ist, dass Aëtius alle hohen norischen Amtsträger zu Attila befohlen hatte, war das Amt des ufernorischen Praeses zu dieser Zeit entweder <a href="Vakanz" title="Vakanz">vakant</a> oder schon aufgelöst. Auch in der unterpannonischen Provinz <i>Valeria</i> hatte der dortige <a href="Dux_Valeriae_ripensis" title="Dux Valeriae ripensis">Dux</a> die Zivilverwaltung übernommen, was wiederum ein Indiz dafür sein könnte, dass Romanus als Kommandeur in Ufernorikum eingesetzt war. Priskos erwähnt Romanus in seiner Aufzählung ganz klar nach Promotus, was für die Einhaltung der traditionellen Rangordnung spricht. Romanus konnte deswegen auch kein <a href="Comes" title="Comes">Comes</a> <i>(vir spectabilis)</i> gewesen sein. Die Nennung von Romanus’ Namen nach dem des norischen <i>Praeses</i> disqualifiziert ihn nach der Rangeinteilung der <i>Notitia dignitatum</i> aber auch als Dux, da die zivilen Statthalter am Kaiserhof als <i>viri perfectissimi</i> galten und daher dem Dux <i>(vir spectabilis)</i> im Rang nachgeordnet waren. Romanus war also möglicherweise der im Status herabgestufte und in seinem Territorium schon stark eingeschränkte administrative Nachfolger des <i>Dux Pannoniae I et Norici Ripensis</i>, der, wie es scheint, nur mehr in Ufernoricum das Sagen hatte, da Aëtius das weitgehend entvölkerte Oberpannonien 433 an die Hunnen abgetreten hatte.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine herausragende Gestalt der römischen Spätzeit in dieser Region war <a href="Severin_von_Noricum" title="Severin von Noricum">Severin von Noricum</a> (um 410 – 8. Januar 482), Einsiedler, Abt von <a href="Kastell_Favianis" title="Kastell Favianis">Favianis</a> und eventuell auch ehemaliger hoher römischer Würdenträger. Severin wurde durch seine diplomatische und ausgleichende Verhandlungsführung bekannt, besonders mit dem nördlich der Donau um Krems siedelnden germanischen Stamm der <a href="Rugier" title="Rugier">Rugier</a>. Vom Ende der römischen Herrschaft in Noricum wird sehr detailliert in der <i>(Vita Sancti Severini)</i> des <a href="Eugippius" title="Eugippius">Eugippius</a> berichtet. Im Absatz über die Auflösung der Grenztruppen heißt es:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„<i>Zur Zeit, als das römische Reich noch bestand, wurden die Soldaten vieler Städte für die Bewachung des Limes aus öffentlichen Mitteln besoldet </i>(publicis stipendiis alebantur)<i>. Als diese Regelung aufhörte, zerfielen sogleich mit dem Limes auch die militärischen Einheiten.</i>“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Diese fatale Entwicklung setzte vermutlich ab den späten 460er Jahren ein, als Folge der erfolglosen Militäroperationen zur Rückeroberung der für das Westreich lebenswichtigen Provinzen in Nordafrika. Zuerst scheiterte Kaiser <a href="Majorian" title="Majorian">Majorian</a>, nachdem die weströmische Flotte bereits an ihrem Sammelpunkt bei <a href="Carthago_Nova" title="Carthago Nova">Carthago Nova</a> (<a href="Cartagena_(Spanien)" title="Cartagena (Spanien)">Cartagena</a>) (vielleicht durch Verrat) <a href="Schlacht_bei_Cartagena_(460)" title="Schlacht bei Cartagena (460)">von Geiserichs Schiffen vollkommen aufgerieben</a> worden war. Einige Zeit später wurde auch eine oströmische Invasionsflotte unter ihrem Admiral <a href="Basiliskos" title="Basiliskos">Basiliskos</a> nahe <i>Karthago</i> vernichtet. Nach diesen katastrophalen Misserfolgen war die Wiedereroberung von Nordafrika in weite Ferne gerückt, denn auch die militärischen und finanziellen Möglichkeiten des Oströmischen Reiches waren damit erschöpft. Da die Kassen Ravennas auch weiterhin leer blieben, verfielen Verwaltung, Heeresorganisation und Disziplin im Westen sehr schnell. Nur mehr einige wenige versprengte Soldaten (wohl meist germanische <i>foederati</i>), die keinen Sold und Nachschub mehr aus Italien erhielten, versahen ihren Wachdienst in den norischen und rätischen Kastellen (in <i>Lauriacum</i> und <i><a href="Kastell_Batavis" title="Kastell Batavis">Batavis</a></i> bis Mitte des 5. Jahrhunderts). Bis zu dieser Zeit hielten sicher auch noch einige andere reguläre Einheiten die Stellung. Ihre Zahl war aber wohl sicher nicht mehr annähernd mit der in der Notitia dignitatum angegebenen Armee zu vergleichen.
</p><p>Im <i><a href="Kastell_Favianis" title="Kastell Favianis">Kastell Favianis</a></i> lag zu Zeiten Severins (zu seiner Person siehe unten) – der dort sein Stammkloster gründete – noch eine kleine Garnison <i>(paucissimi milites)</i> unter dem Befehl eines <a href="Milit%C3%A4rtribun" title="Militärtribun">Tribunen</a>, Mamertinus; dieser wurde später zum <a href="Bischof" title="Bischof">Bischof</a> geweiht.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Da es bei der Vita vordergründig darum ging, das Wirken des Heiligen für die geplagte Provinzbevölkerung möglichst positiv herauszustreichen, hätte, nach Ansicht <a href="Peter_J._Heather" title="Peter J. Heather">Peter J. Heathers</a>, die Erwähnung der damals sicher noch größeren römischen Streitmacht in Noricum die Leistungen Severins nur geschmälert. Dennoch gibt es einige klare Hinweise dafür, dass die Donauarmee frühestens nach dem Ende der <a href="Hunnen" title="Hunnen">Hunnenbedrohung</a> dramatisch an Substanz verlor. Archäologische Untersuchungen in norischen Kastellen brachten unter anderem zutage, dass der Münzumlauf kurz nach 400 fast überall, mit Ausnahme <i>Lauriacums</i>, abbrach. Vermutlich konnte <i><a href="Ravenna" title="Ravenna">Ravenna</a></i> ab diesem Zeitpunkt seine Grenzsoldaten nicht mehr bezahlen. Für die darauffolgende prekäre Sicherheitslage sprechen auch die bisher in Noricum entdeckten <i>villae rusticae</i>, die in diesem Zeitraum entweder aufgegeben oder zerstört wurden. Die romanische Bevölkerung flüchtete sich in stark befestigte Höhensiedlungen, die meist eine Kirche oder <a href="Basilika_(Bautyp)" title="Basilika (Bautyp)">Basilika</a> als Zentrum hatten. Einige dieser Zufluchtsorte befanden sich direkt an der Donau, die meisten aber lagen in Binnennoricum, im heutigen <a href="Osttirol" class="mw-redirect" title="Osttirol">Osttirol</a> (Lavant-Kirchbichl) und <a href="K%C3%A4rnten" title="Kärnten">Kärnten</a>.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch in der Severinsvita findet sich hierzu eine Erwähnung:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„<i>Auf göttliche Veranlassung bereitete sie </i>(die Landbewohner um Lauriacum)<i> der Knecht Gottes vorausschauenden Geistes vor, ihre ganze ärmliche Habe innerhalb der Mauern </i>(des Legionslagers)<i> sicherzustellen, damit die Feinde auf ihren schrecklichen Streifzug nichts vorfänden, was der Mensch zum Leben braucht, und alsbald vor Hunger ihr unmenschlich grausames Unternehmen aufgäben.</i>“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Danach mussten die weiterhin hier ausharrenden Provinzbewohner nun selbst für ihre Sicherheit sorgen, sie zogen sich dafür hinter die Mauern der Legionslager und Kastelle zurück und stellten Wachen auf. Solche <i>vigiles</i> werden für <i>Comagenis</i>, <i>Favianis</i>, <i>Lauriacum</i> und <i>Batavis</i> erwähnt. Da die meisten Soldaten Familien hatten und hier Landwirtschaft betrieben, zogen wohl nicht alle von ihnen ab, sondern blieben weiterhin in ihren ehemaligen Stationierungsorten. Die Garnisonen verschwanden daher sicher nicht von einem Tag auf den anderen, wurden aber mit der Zeit personell immer schwächer und wandelten sich schließlich in Bürgerwehren um.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine andere (und altbewährte) Möglichkeit war, Germanen anzuwerben, wie es die Einwohner von <i>Comagenis</i> taten. Dies führte aber wieder zu neuen Problemen. Solche Söldner nutzen ihre Macht oft skrupellos aus. Sie stellten bald übertriebene Forderungen an die Bürger und konnten schlussendlich, laut <i>Vita</i>, nur mit göttlichen Beistand, vermittelt durch Severin, wieder aus der Stadt vertrieben werden. Eine andere Passage aus der Severinsvita berichtet von einem Hinterhalt der Garnison von <i>Favianis</i> gegen eine Gruppe Plünderer an einem Flussufer, die niedergemacht wurden und sich dann alles Brauchbare aneigneten. Ihr Tribun Mamertinus zögerte zuerst, sich ihnen zu stellen, da er nur wenige kampferprobte Soldaten und kaum Waffen zur Verfügung hatte. Aber Severin erteilte ihnen seinen Segen und ermutigte sie ausdrücklich zu handeln. Diese Geschichte wirft ein markantes Licht auf die erheblichen Schwierigkeiten, die durch den Wegfall der staatlichen Verwaltungs- und Militärorganisation für die Bewohner der Donaugrenze entstanden waren. Um sich überhaupt verteidigen zu können, musste man sich die Ausrüstung offenbar erst vom Feind besorgen. Der Vita ist weiters zu entnehmen, dass die Bemühungen der Provinzbewohner um ihre Sicherheit auch bei anderen Gelegenheiten erfolgreich waren. Spähtrupps <i>(exploratores)</i> der <a href="Romanen" title="Romanen">Romanen</a> meldeten mehrmals bevorstehende Angriffe auf <i>Lauriacum</i>, <i>Batavis</i> und <i>Quintanis</i>, sodass noch rechtzeitig Abwehrmaßnahmen getroffen werden konnten.
</p><p>Nach der völligen Auflösung des römischen Grenzheeres konnten auch Noricum und Oberpannonien nicht weiter als territoriale Einheiten bestehen. Aber die Provinzialen waren für die hier um die Vorherrschaft ringenden Regionalmächte eine zu wertvolle Arbeitskraft- und Handwerkerressource, um sie einfach sich selbst zu überlassen. Auch für die Bewohner der binnennorischen Höhensiedlungen war es auf Dauer unmöglich, ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Mit der Aufgabe von Ufernorikum unter <a href="Odoaker" title="Odoaker">Odoaker</a> und der damit verbundenen Absiedlung der meisten Provinzialen unter Führung seines Bruders Hunwulf und des Comes Pierus nach Italien im Jahre 488 verschwand der letzte Rest römischer Herrschaft an der mittleren Donau. Zunehmend wurde auch die binnennorische Provinz von Wanderstämmen bedroht, ihre Metropole Virunum musste aufgegeben werden und ihre Bevölkerung floh ins stark befestigte Teurnia. 407 besetzte <a href="Alarich_I." title="Alarich I.">Alarichs</a> Westgotenarmee die Provinz und forderte sie als Siedlungsland für seine Gefolgschaft ein, da „sie weitgehend verwüstet wäre und nur mehr geringen Steuerertrag einbrächte.“ Als dies abgelehnt wurde, fiel Alarich in Italien ein, marschierte nach Rom und stürmte die Stadt. Die Provinzhauptstadt von Noricum Mediterraneum war nun <a href="Teurnia" title="Teurnia">Tiburnia</a>. Der genaue Zeitpunkt der Verlegung ist unbekannt; sie muss aber vor der ostgotischen Belagerung Tiburnias im Jahr 467 erfolgt sein.<sup id="cite_ref-Steuer_15-0" class="reference"><a href="#cite_note-Steuer-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>König Odoaker befahl 488 den Abzug der kelto-romanischen Bevölkerung aus Noricum Ripense. Entgegen früheren Ansichten wurde dieser Befehl aber nur teilweise befolgt. Namenskontinuität in Toponymen sowie eine Fülle archäologischer Funde belegen eine breite kulturelle Kontinuität über den offiziellen Zusammenbruch der römischen Verwaltung in den norischen Regionen hinaus und verbinden die römische Zeit über die <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">Spätantike</a> mit dem <a href="Fr%C3%BChmittelalter" title="Frühmittelalter">Frühmittelalter</a>. Dass im 5. Jahrhundert nicht alle Romanen Noricum verlassen haben können, lässt sich auch im <a href="Salzburger_Verbr%C3%BCderungsbuch" title="Salzburger Verbrüderungsbuch">Salzburger Verbrüderungsbuch</a> nachlesen, dort sind die Mitglieder des Klosterconvents aus der Zeit des Bischofs <a href="Virgil_von_Salzburg" title="Virgil von Salzburg">Virgil</a> (700–784) aufgelistet, der sich zum großen Teil aus Romanen zusammensetzte, was bedeutet, dass der <a href="Katholizismus" title="Katholizismus">Katholizismus</a> in diesem Teil Österreichs wohl noch auf die restromanische Bevölkerung zurückgeht.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Poströmische_Zeit_und_Frühmittelalter"><span id="Postr.C3.B6mische_Zeit_und_Fr.C3.BChmittelalter"></span>Poströmische Zeit und Frühmittelalter</h2></div>
<p>Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches blieben in Binnennoricum Teile der römischen, später ostgotischen Verwaltungsstrukturen noch eine Zeitlang erhalten, bis schließlich die ehemalige Provinz nach und nach von neuen Bevölkerungsgruppen, <a href="Awaren" title="Awaren">Awaren</a>, <a href="Slawen" title="Slawen">Slawen</a> und schließlich von den <a href="Bajuwaren" title="Bajuwaren">Bajuwaren</a>, besiedelt wurde. Nach dem Abzug der Romanen erschienen aber zuerst noch die <a href="Langobarden" title="Langobarden">Langobarden</a> an der norischen Donau, die ihren Uferstreifen als „Rugiland“ bezeichneten. Nach 568 zogen sie wieder Richtung Italien ab und das Land östlich der Enns fiel nun an die nachrückenden Awaren. Zeitgleich setzten sich auch die Slawen dort fest. Wie die Neuankömmlinge ihr Siedlungsland bezeichneten, ist bis heute unbekannt geblieben. Um 800 fielen die Franken und Bajuwaren unter <a href="Karl_der_Gro%C3%9Fe" title="Karl der Große">Karl dem Großen</a> in das Awarenreich ein und unterwarfen es. Sie drangen dabei auch weit nach Pannonien vor. Der fränkische <a href="Heerbann" title="Heerbann">Heerbann</a> orientierte sich dabei wohl an den römischen Straßen und auch einige der alten Limeskastelle wurden wieder besetzt. Vorrangig wurde aber das Gebiet zwischen der Enns und dem Wienerwald besetzt. Das neu eroberte Territorium wurde nun als „<i>Avaria</i>“ oder „<i>Avarorum provincia</i>“ bezeichnet, später galt es als das bajuwarische „Ostland“. Die Bajuwaren selbst betrachteten sich wohl als die legitimen Erben der Noriker. Mehrfach wurde dafür auch der Name Pannonien – zusammen mit der alten römischen Einteilung in Ober- und Unterpannonien (<i>inferior/superior</i>) – wiederverwendet, denn das fränkische Pannonien erstreckte sich nun offiziell bis zur Enns. Das Gebiet der vormaligen norischen Provinz (nun die bajuwarische Ostgrenze) wurde wechselweise „<i>provincia orientalis</i>“, „<i>regio orientalis</i>“, „<i>plaga orientalis</i>“ und „<i>pars orientalis</i>“ genannt. Im Mittelalter müssen zudem noch zahlreiche gut erhaltene Überreste der römischen Bauwerke sichtbar gewesen sein. Darauf deuten auch manche der Flurnamen hin, die mit ihnen in Zusammenhang stehen oder auch in offiziellen Urkunden Erwähnung fanden. Es wurde dort auch vermerkt, dass etliche römische Relief- und Grabsteine in Kirchenwänden eingemauert wurden. Diverse Chronisten erwähnen römische Artefakte seit dem 13. Jahrhundert in ihren Aufzeichnungen. Die ersten antiquarischen Sammlungen, die zumeist Inschriftensteine umfassten, wurden im 15. Jahrhundert zusammengetragen.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<p><b>Allgemeines</b>
</p>
<ul><li><a href="G%C3%A9za_Alf%C3%B6ldy" title="Géza Alföldy">Géza Alföldy</a>: <i>Patrimonium Regni Norici – Ein Beitrag zur Territorialgeschichte der römischen Provinz Noricum.</i> In: <i><a href="Bonner_Jahrb%C3%BCcher" title="Bonner Jahrbücher">Bonner Jahrbücher</a>.</i> Band 170, 1970, S. 163–177, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/bjb/article/view/80492">online</a>.</li>
<li>Géza Alföldy: <i>Noricum</i>. London 1974.</li>
<li>Géza Alföldy: <i>Die regionale Gliederung in der römischen Provinz Noricum.</i> In: G. Gottlieb (Hrsg.): <i>Raumordnung im Römischen Reich</i>. 1989, S. 37–55.</li>
<li><a href="Tilmann_Bechert" title="Tilmann Bechert">Tilmann Bechert</a>: <i>Die Provinzen des römischen Reiches. Einführung und Überblick.</i> Zabern, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2399-9, S. 181–186.</li>
<li><a href="Thomas_Fischer_(Arch%C3%A4ologe)" title="Thomas Fischer (Archäologe)">Thomas Fischer</a>: <i>Noricum</i> (<i><a href="Orbis_Provinciarum" title="Orbis Provinciarum">Orbis Provinciarum</a></i>). Philipp von Zabern, Mainz 2002.</li>
<li><a href="Verena_Gassner" title="Verena Gassner">Verena Gassner</a>, Sonja Jilek, <a href="Sabine_Ladst%C3%A4tter" title="Sabine Ladstätter">Sabine Ladstätter</a>: <i>Am Rande des Reiches. Die Römer in Österreich</i>. Wien 2002.</li>
<li>Peter Pleyel: <i>Das Römische Österreich</i>. 1994.</li>
<li><a href="Peter_Scherrer" title="Peter Scherrer">Peter Scherrer</a>, Marijeta Šašel Kos (Hrsg.): <i>The Autonomous Towns of Noricum and Pannonoia = Die autonomen Städte von Noricum und Pannonien. Noricum</i> (= <i>Situla.</i> Band 40). Ljubljana 2002.</li>
<li><a href="Hannsj%C3%B6rg_Ubl" title="Hannsjörg Ubl">Hannsjörg Ubl</a>: <i>Noricum.</i> In: <i><a href="Reallexikon_der_Germanischen_Altertumskunde" title="Reallexikon der Germanischen Altertumskunde">Reallexikon der Germanischen Altertumskunde</a></i> (RGA). 2. Auflage. Band 21, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2002, ISBN 3-11-017272-0, S. 324–340.</li>
<li><a href="Walter_Pohl" title="Walter Pohl">Walter Pohl</a>, Brigitte Vacha: <i>Die Welt der Babenberger, Schleier, Kreuz und Schwert.</i> Verlag Styria, Graz / Wien / Köln 1995, ISBN 3-222-12334-9.</li></ul>
<p><b>Vor- und frührömisches Noricum</b>
</p>
<ul><li><a href="Gerhard_Dobesch" title="Gerhard Dobesch">Gerhard Dobesch</a>: <i>Die Kelten in Österreich nach den ältesten Berichten der Antike. Das norische Königreich und seine Beziehungen zu Rom im 2. Jh. v. Chr.</i> Wien u. a. 1980.</li>
<li>Gerhard Dobesch: <i>Die Okkupation des Regnum Noricum durch Rom.</i> In: <i>Studien zu den Militärgrenzen Roms.</i> Band 3. 1986, S. 308–315.</li>
<li><a href="Robert_G%C3%B6bl" title="Robert Göbl">Robert Göbl</a>: <i>Die Münzprägung der norischen Fürsten.</i> In: J. Grabmayer (Hrsg.): <i>Die Kultur der Kelten</i>. 1989, S. 54–66.</li>
<li>Markus Handy: <i>Das Regnum Noricum und seine „formative Periode“ unter Caesar und Augustus.</i> In: <a href="Manfred_Lehner" title="Manfred Lehner">Manfred Lehner</a>, Bernhard Schrettle (Hrsg.): <i>Zentralort und Tempelberg. Siedlungs- und Kultentwicklung am Frauenberg bei Leibnitz im Vergleich</i> (= <i>Studien zur Archäologie der Steiermark.</i> Band 1). Phoibos Verlag, Wien 2015, ISBN 978-3-85161-163-2, S. 49–60.</li></ul>
<p><b>Militär- und Verwaltungsgeschichte</b>
</p>
<ul><li><a href="Herbert_Gra%C3%9Fl" title="Herbert Graßl">Herbert Graßl</a>: <i>Noricum im Bürgerkrieg des Jahres 196–197 n. Chr.</i> In: <i>Römisches Österreich.</i> Band 2, 1974, S. 7–10.</li>
<li>Manfred Hainzmann: <i>Fragen der Militär- und Zivilverwaltung (Ufer-)Norikums.</i> In: <i>Spezima Nova Universitatis Quinqueecclesiensis.</i> Band 11, 1995, S. 59–70.</li>
<li><a href="Norbert_Hanel" title="Norbert Hanel">Norbert Hanel</a>, Cathy Schucany (Hrsg.): <i>Colonia-municipium-vicus. Struktur und Entwicklung städtischer Siedlungen in Noricum, Raetien und Obergermanien</i>. 1999.</li></ul>
<p><b>Sozial- und Wirtschaftsgeschichte</b>
</p>
<ul><li>S. Dusanic: <i>Aspects of Roman Mining in Noricum, Pannonia, Dalmatia and Moesia Superior.</i> In: <i>Aufstieg und Niedergang der römischen Welt.</i> Band II,6, 1977, S. 52–94.</li>
<li><a href="Jochen_Garbsch" title="Jochen Garbsch">Jochen Garbsch</a>: <i>Die norisch-pannonische Tracht.</i> In: <i><a href="Aufstieg_und_Niedergang_der_r%C3%B6mischen_Welt" title="Aufstieg und Niedergang der römischen Welt">Aufstieg und Niedergang der römischen Welt</a></i>, Band II,12,3, 1985, S. 546–577.</li>
<li><a href="Kurt_Genser" title="Kurt Genser">Kurt Genser</a>: <i>Die ländliche Besiedlung und Landwirtschaft in Noricum während der Kaiserzeit (bis einschließlich 5. Jahrhundert).</i> In: H. Bender, H. Wolff (Hrsg.): <i>Ländliche Besiedlung und Landwirtschaft in den Rhein-Donau Provinzen des römischen Reiches</i>. 1994, S. 331–376.</li>
<li>Markus Zimmermann: <i>Romanisation und Repräsentation in Noricum</i> (= <i><a href="Antiquitas" title="Antiquitas">Antiquitas</a>.</i> Reihe 1: <i>Abhandlungen zur Alten Geschichte.</i> Band 71). Dr. Rudolf Habelt, Bonn 2017, ISBN 978-3-7749-4080-2.</li>
<li>Reinhold Wedenig: <i>Angaben zu Inhalt und Gewicht auf römerzeitlicher Gefässkeramik in Noricum</i> in: <a href="Antichit%C3%A0_Altoadriatiche" title="Antichità Altoadriatiche">Antichità Altoadriatiche</a> LXXXIII (2016) 359–374.</li></ul>
<p><b>Noricum in der Spätantike</b>
</p>
<ul><li>I. Bóna: <i>Die Hunnen in Noricum und Pannonien – Ihre Geschichte im Rahmen der Völkerwanderung.</i> In: D. Straub (Hrsg.): <i>Severin zwischen Römerzeit und Völkerwanderung</i>. 1982, S. 179–200.</li>
<li>R. Bratoz: <i>Severinus von Noricum und seine Zeit – Geschichtliche Anmerkungen</i>. 1983.</li>
<li><a href="Helmut_Castritius" title="Helmut Castritius">Helmut Castritius</a>: <i>Die Grenzverteidigung in Raetien und Noricum im 5. Jahrhundert n. Chr. Ein Beitrag zum Ende der Antike.</i> In: <a href="Herwig_Wolfram" title="Herwig Wolfram">Herwig Wolfram</a>, <a href="Andreas_Schwarcz" title="Andreas Schwarcz">Andreas Schwarcz</a> (Hrsg.): <i>Die Bayern und ihre Nachbarn</i> Band 1. 1985, S. 17–28.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Noricum?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Noricum</a></span></b> – Sammlung von Bildern</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.imperiumromanum.com/geografie/provinzen/noricum_01.htm">Provinz Noricum</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.unrv.com/provinces/noricum.php">unrv.com</a> Englische Webseite bezüglich der Geschichte des Römischen Reiches mit detaillierter Erwähnung von Noricum und Voccio</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Marcus_Junkelmann" title="Marcus Junkelmann">Marcus Junkelmann</a>: <i>Die Legionen des Augustus. Der römische Soldat im archäologischen Experiment</i>, (<i><a href="Kulturgeschichte_der_antiken_Welt" title="Kulturgeschichte der antiken Welt">Kulturgeschichte der antiken Welt</a>.</i> Band 33). Philipp von Zabern, Mainz 1986, ISBN 3-8053-0886-8, S. 63 und 70.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Notitia dignitatum occ. 34, 13.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Ammianus Marcellinus 30, 5: <i>cumque exinde (sc Valentinianus), Carnuntum Illyriorum oppidum introisset, desertum quidem nunc et squalens, sed ductori exercitus perquam opportunum</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Notitia dignitatum occ IX: Insignia magistri officiorum.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Hannsjörg Ubl, 1980/2, S. 597.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Corpus_Inscriptionum_Latinarum" title="Corpus Inscriptionum Latinarum"><i>CIL</i></a> <a rel="nofollow" class="external text" href="http://db.edcs.eu/epigr/epi_einzel_de.php?p_belegstelle=CIL+03%2C+05670&r_sortierung=Belegstelle">3, 5670</a>a = <a href="Hermann_Dessau" title="Hermann Dessau">Hermann Dessau</a>, <i><a href="Inscriptiones_Latinae_selectae" title="Inscriptiones Latinae selectae">Inscriptiones Latinae selectae</a></i> 774.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Heather: <i>Der Untergang des Weströmischen Reiches</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 476.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos Fragment 8, S. 84 und 89 = 11, 2, S. 262 und 276 (Edition von <a href="Roger_C._Blockley" title="Roger C. Blockley">Roger C. Blockley</a>); John Martindale u. a.: <i><a href="The_Prosopography_of_the_Later_Roman_Empire" title="The Prosopography of the Later Roman Empire">The Prosopography of the Later Roman Empire</a></i> 2, 926 (Promothus 1), 946-947 (Romanus 2) und 949-950 (Romulus 2 und 4).</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Zu den Amtsträgern siehe Ammianus Marcellinus 31, 16, 1-2; allgemein siehe <a href="Arnold_Hugh_Martin_Jones" title="Arnold Hugh Martin Jones">Arnold Hugh Martin Jones</a>: <i>The Later Roman Empire, 284-602. A Social, Economic and Administrative Survey</i>. Oxford University Press, Oxford 1964, Bd. 1, S. 142–143.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Vita Severini</i> 4, 2-4; Arnold Hugh Martin Jones: <i>The Later Roman Empire, 284-602. A Social, Economic and Administrative Survey</i>. Oxford University Press, Oxford 1964, Bd. 2, S. 924.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Heather: <i>Der Untergang des Weströmischen Reiches</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 471.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Heather: <i>Der Untergang des Weströmischen Reiches</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 473.</span>
</li>
<li id="cite_note-Steuer-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Steuer_15-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Heiko_Steuer" title="Heiko Steuer">Heiko Steuer</a>, <a href="Volker_Bierbrauer" title="Volker Bierbrauer">Volker Bierbrauer</a> (Hrsg.): <i>Höhensiedlungen zwischen Antike und Mittelalter von den Ardennen bis zur Adria.</i> Unter Mitarbeit von Michael Hoeper. de Gruyter, Berlin u. a. 2008, ISBN 978-3-11-020235-9, (<i>Reallexikon der Germanischen Altertumskunde</i> Ergänzungsbände 58).</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Gerhard Hirtner: Wie das Christentum nach Österreich kam. Vom Regenwunder bis zum Apostel der Deutschen. Radioreihe Memo – Ideen, Mythen, Feste, Ö1-Sendung vom 24. Mai 2021.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Pohl/Vacha: <i>Die Welt der Babenberger, Schleier, Kreuz und Schwert.</i> Verlag Styria, Graz / Wien / Köln 1995, S. 27.</span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-g" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten (Geografikum): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4042608-7">4042608-7</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n82032234">n82032234</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/126687778/">126687778</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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